Die tachykarde Patientin III

Der Professor

Kaum waren diese Worte verhallt, lege ich das Thermometer kopfschüttelnd auf der Liege in Sichtweite Glorias ab. Sie soll das „Corpus delicti“, welches bis eben noch in ihrem jungfräulich anmutenden Anus steckte, ruhig sehen können. 

Ohne mich weiter zu erklären wende ich mich wieder dem Rolltisch zu und greife zu einem zusammen mit anderen in einer Pappschachtel befindlichen weißen Nitrilhandschuh und streife ihn geräuschvoll über meine rechte Hand. Wie in einem schlechten Film bewege ich die Hand in übertriebener Geste darin, um den adäquaten Sitz desselben sicherzustellen. Dies wiederum so, dass Gloria es sehen kann. Zu gerne wäre ich jetzt in ihren Gedanken. Sie müssen förmlich vor Ungewissheit rasen. 

„Deine Temperatur ist völlig normal. Daher kann deine … sagen wir mal subakute Tachykardie also nicht kommen. Aber da du schon einmal da bist, möchte ich mir dann doch ein klareres Bild verschaffen.“ 

Diese Worte bedächtig, aber entschlossen ausgesprochen, vergehen die Schritte zurück zur Liege auf der sich meine attraktive Patientin noch immer mit heruntergelassener Unterbekleidung, jetzt aber schamhaft zusammengepresst liegenden Beinen befindet, wie eine Ewigkeit. Ein innerer Konflikt zwischen beruflicher, mit einem Eid besiegelter Professionalität und purem Verlangen des inneren Dranges, das zu tun, was ich nunmehr zu tun gedenke, brennt in mir. 

Doch entscheide ich mich dazu, wie ich es im Leben zumeist zu tun pflege, mich auf meine Intuition zu verlassen. Zu deutlich sind die menschlichen wie auch physiologischen Zeichen an meiner Patientin, die mir bedeuten, dass sie lediglich mit einem vorgeschobenen Vorwand zu mir kam und ganz offensichtlich extrem sexuell erregt ist. 

„Gloria, wir beide wissen, dass du heute nicht wegen deiner vorgeschobenen Herzrhythmusstörung hier erschienen bist!“. Erst jetzt wende ich meinen Blick ihr zu: „Wir wollen also sehen, ob ich dir trotzdem helfen kann“. Dabei kann ich mir ein schelmisches Grinsen freilich nicht verkneifen. Im Gesicht meiner Patientin entdecke ich den Anflug von Widerspruch. 

„Aber… ich habe mich wirklich hundeelend gefühlt“, lautet der untaugliche Versuch, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Während ich mich daran mache, die Strumpfhose samt Slip endgültig von den schönen Beinen meiner Patientin zu ziehen, windet sich Gloria und ich halte sie für einen kurzen Augenblick fest auf der Liege. 

„Junge Dame. Du reizt meine Geduld. Und das wird sich auf die zu erwartende Therapie keinesfalls komfortabel auswirken.“ 

Beim Blick in das Gesicht Glorias glaube ich, eine gewisse Erleuchtung zu erkennen, wie jemand, der soeben glaubt, verstanden zu haben, was auf ihn zukommt. 

Glorias Unterwäsche lasse ich mit hochgezogener Augenbraue achtlos zu Boden fallen, als ob sie von jetzt an sowieso nicht mehr benötigt würde. 

Im nächsten Augenblick dringe ich mit zwei Fingern meiner behandschuhten Hand zügig und sehr tief in Glorias förmlich auslaufendes Geschlecht ein. Gleichzeitig entfährt ihr ein grelles und unglaublich erleichtertes langes Stöhnen. 

Dieser für einen Mann unbezahlbare Klang einer sich in größter Leidenschaft und Erregung befindlichen Frau ist wie Balsam auf meiner Seele. War ich bisher noch tief in mir unsicher, was ich hier überhaupt mache, denn Lege Artis ging es mit Gloria in meinem Sprechzimmer schon einige Zeit nicht mehr zu, so bin ich mir nunmehr vollkommen sicher. Im selben Augenblick spüre ich mit großer Gewalt meine eigene pulsierende Erregung. Meine untersuchenden Finger nehmen schnell Kontakt zur Portio auf und ertasten die Cervix. Ich bewege sie leicht, umkreise sie rhythmisch und beobachte die in Lust entglittenen Gesichtszüge meiner Patientin. 

Gleichzeitig stelle ich fest, dass Gloria ziemlich jungfräulich gebaut ist, weshalb ich beschließe, kurzerhand einen dritten Finger in sie einzuführen, um festzustellen, ob das für sie auch noch erträglich ist. 

„Drei Finger sind gar kein Problem…“, sage ich mit regungsloser Miene und ich lege die andere Hand auf Glorias Bauchdecke. Den anteflektierten Uterus umgreife ich und approximiere ihn in Richtung meiner inneren Hand. Dabei manipuliere ich weiterhin die Cervix, was Gloria offenbar große Freude bereitet, denn ihr Stöhnen wird immer lauter. 

„Ich würde dir nicht raten, ohne meine Zustimmung zu kommen, haben wir uns verstanden?“ 

Ganz und gar ihren Gefühlen und ihrer Erregung hingegeben, quittiert sie diese Worte nicht. 

Daraufhin führe ich den vierten Finger, rhythmisch kreisend ein. Auch er verschwindet in ihrer Scheide und ich beginne, meine Hand in ihr zu bewegen. Der außen frei bleibende Daumen widmet sich nun der Stimulation der inzwischen extrem erigierten Klitoris und Glorias Füße krampfen rhythmisch zum Zucken ihrer entfesselten Lust. 

Dass sie auch sehr ansehnliche Füße hat, denke ich mir im selben Augenblick.

Meine linke Hand nehme ich von der Bauchdecke und lege sie mit festem Griff an Glorias Kinn, bewege es in meine Blickrichtung und sage dann laut: „ich sagte gerade, dass ich dir nicht raten würde, ohne meine Zustimmung zum Höhepunkt zu kommen!“ 

Ein schnelles Nicken meiner inzwischen stark verschwitzen Patientin bedeutet mir, dass sie mich verstanden hat. Während meine linke Hand sich von Glorias Kinn löst, wandert sie wieder nach unten und öffnet ihr dabei geschickt den güldenen Reißverschluss ihrer Bluse. Was ich sehe, macht mir das Leben leichter: der BH lässt sich vorne, zwischen den Körbchen öffnen und während ich nicht lange nachdenke, liegen die Brüste meiner Patientin offen. Da ich gar nicht daran denke, die kleine Unachtsamkeit von gerade eben ungestraft zu lassen, massiere ich zunächst abwechselnd fest ihre Brüste, um sie dann unvermittelt hart zu kneifen. Gerade so stark, dass ihr bewusst werden möge, dass ihre ungeteilte Aufmerksamkeit primär dem Professor zu gelten hat. 

„Keine Unaufmerksamkeit bleibt unbemerkt, liebe Gloria. Und nichts Unbemerktes bleibt ungestraft. Vergiss das nicht.“ Wieder ziehe ich kurz mahnend die Augenbraue hoch und gleichzeitig meine Hand kommentarlos aus der Vagina meiner schönen Patientin. Den benutzten Handschuh werfe ich in einen Mülleimer und schaue diese erleichtert und erhitzt wirkende junge Frau nahezu fragend an. 

„Gloria, im Leben steht man sehr oft vor Entscheidungen. Ich habe heute Abend schon eine für mich getroffen“ sage ich mit einigem Pathos, um sofort fortzusetzen: „ich würde es einmal so beschreiben. Du hast nunmehr die Wahl: du kannst dich entweder ankleiden und dort durch die Türe gehen. Die Wege trennen sich und das was gerade eben geschehen ist, bleibt für immer eine schöne – gewiss erregende – Erinnerung. Ein nettes mentales Vorspiel für guten Sex mit wem auch immer.“ 

Während ich kurz unterbreche und Glorias mächtige blaue Augen beobachte und versuche darin zu lesen wie in einer Gazette, erhebe ich aber, wie es dem Habitus eines Professors nur zu gut steht, den Finger und setze meine Rede fort: „oder… du bleibst so wie du jetzt bist. So wie du mir am besten gefällst.“ 

Als ich Glorias Mimik sehe mit ihrer darin erkennbaren Neugier und Erleichterung, darüber dass nunmehr vielleicht doch eine Alternative zu den lapidar getrennten Wegen aufgeworfen wird, bin ich mir sicher und fahre fort: „…und folgst mir in ein anderes Zimmer meiner Praxis.“ 

Noch während meine schöne Patientin überlegt, strecke ich ihr meine rechte Hand, die bis vor kurzem noch in ihr wühlte, mit offenem Blick einladend entgegen. 

Ein wenig verwirrt, aber sichtlich neugierig greift Gloria meine Hand. Fester als ich dachte. „Dann folge ich Ihnen lieber in das andere Zimmer“ und nach kurzer Pause fügt sie hastig hinzu „Herr Professor“. 

Ihr Blick fragt unausgesprochen, ob die Anrede noch schnell genug kam oder ob es wieder zu einer unerwarteten Strafe kommen würde. 

Ich lächle milde und bedeute ihr, dass ich sie nun ins andere Zimmer führe. 

„Lass deine Wäsche hier liegen. Du brauchst sie dort drüben ohnehin nicht…“

Deine Stimme zählt!
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