Die tachykarde Patientin IX

Der Professor

Wieder einmal, am Ende eines sehr langen Tages, ist nunmehr die vollkommene Konzentration des ehrenwerten Professors gefragt. Denn eine Katheterisierung der weiblichen Harnblase muss unter Einhaltung steriler Kautelen erfolgen. So lege ich zunächst alle Utensilien auf sterilen Tüchern bereit, ebenso wie die notwendigen Tupfer und das Desinfektionsmittel für die Schleimhaut. Nach dem fachgerechten Anlegen steriler Handschuhe und dem Abdecken der Patientin, wobei ein grünes steriles Lochtuch zum Einsatz kommt, dessen Aussparung ihre Vulva freilässt, lege ich noch eine Edelstahlschale bereit, die dem Auffangen des abgelassenen Urins dient. „Ich werde dich jetzt desinfizieren. Im Umgang mit Kathetern bist du ja aus beruflicher Erfahrung vertraut.“ 

Wieder ist da dieses wissende Lächeln in Glorias Gesicht, welches mich vermuten lässt, dass sie dieser Maßnahme nicht unbedingt abgeneigt gegenübersteht. Meine eigene Konzentration ist in diesem Augenblick so stark, dass ich hieran aber keinen Gedanken verschwenden kann. Nachdem ich den Situs einschließlich der Harnröhrenmündung desinfiziert und einen Tupfer im Introitus Vaginae platziert habe, spritze ich eine kleine Menge Instillagel in die Urethra ein. Danach nehme ich den Einmalkatheter, wobei ich darauf achte, ihn am Auslass mit dem Daumen abzudichten und keinesfalls den Teil des Katheters zu berühren, der in Gloria eingeführt wird, um diesen Teil keimfrei zu halten. 

„Schön brav lockerlassen!“ 

Langsam, eher behutsam führe ich das flexible Röhrchen in die Harnröhre ein. Ich kann sehen, wie meine Patientin unwillkürlich den Atem anhält. Als ich mit dem Katheter etwa 7 Zentimeter in sie eingedrungen bin, spüre ich einen ganz leichten Widerstand und höre ein gedehntes, langes Stöhnen, fast Jaulen, das aus Glorias Mund tritt. Kurz darauf färbt sich das Röhrchen gelblich, was darauf schließen lässt, dass Urin fließt und die Harnblase erreicht ist. Ab nun wird nicht weiter in die Harnblase vorgeschoben. Ich drehe mich etwas und nehme die Edelstahlschüssel zur Hand. Dabei sehe ich, wie Glorias sehr ansehnliche und gepflegt pedikürten Füße ganz und gar vor Spannung verkrampft sind. Ich nehme den Daumen vom Auslass des Katheters und Glorias heller Urin fließt plätschernd in die Schüssel. 

„Du hast heute wohl ausreichend Wasser getrunken. Sehr brav, so lobe ich mir das“. Diese Worte sollen ihr unmissverständlich klar machen, dass kein noch so intimer Umstand dem Professor verborgen bleibt. Als der Harnstrahl deutlich weniger geworden, aber noch nicht vollkommen versiegt ist, ziehe ich den Katheter mit einer gleichmäßigen und zügigen Bewegung aus ihr heraus. Ich möchte eine gewisse Residualmenge an Urin in der Blase belassen wissen, um einen ansonsten möglichen Kollaps derselbigen zu vermeiden. „Das hast du schon einmal geschafft und denkst hoffentlich für die Zukunft daran, meine Praxis nie wieder mit voller Blase zu betreten. Es sei denn du möchtest erneut katheterisiert werden. Verstanden?“ 

Zu meiner Verwunderung lautet die Antwort: „Tja, vielleicht will ich das ja wirklich…“ 

Ohne hierauf einzugehen, entsorge ich alle verwendeten Utensilien in einem Abfallbehälter, der unten auf besagtem Rollwagen angebracht ist. Als ich mich wieder zum Untersuchungsstuhl umdrehe, steht für mich fest, dass Gloria für heute bereits genug erlebt hat, weshalb ich das Spekulum aus ihr ziehe und in die Wanne unter der Sitzfläche des gynäkologischen Stuhls lege. „Ich denke, das hast du sehr gut gemacht. Wollen wir es für heute dabei belassen.“ Fast hätte man einen Anflug von Enttäuschung in ihrem Gesicht ablesen können, zumal ein strafendes Klystier auch noch nicht zur Anwendung kam. Aber der Abend ist fortgeschritten und der Professor möchte noch ein paar Höhepunkte seines breiten Repertoires für zukünftige Begegnungen aufheben. „Erinnere mich übrigens später daran, dass ich dir vorsichtshalber noch ein Rezept für ein Antibiotikum mitgebe. Man kann nie wissen, ob sich trotz aller Vorsicht nicht doch noch eine Katheterzystitis entwickelt.“ 

Mit dem verständigen Gesichtsausdruck einer versierten Krankenschwester nickt Gloria zustimmend. Im gleichen Atemzug ziehe ich den Metallstab auch wieder aus ihr heraus und lege ihn zu den anderen unreinen metallischen Gegenständen in die Wanne. Die Erleichterung, dass dieses harte stählerne Ungetüm nicht mehr in ihr steckt, ist ihr deutlich anzumerken und abermals hält sie den Atem an. 

Dabei kommt mir im selben Augenblick die Idee, dass ich dieses Instrument, in Anlehnung an die landläufige, ähnlich klingende Metapher fortan ‚Stab des Damokles‘ nennen werde. Ebenso wie das sprichwörtliche Schwert richtet er an sich keinen Schaden an, bereits der kleinste Fehler jedoch kann zu schlimmen Folgen führen. Hoch erfreut, diesen Neologismus erfunden zu haben, beschließe ich, Gloria nicht ohne eine echte Belohnung, die sie sich durch ihre brave Compliance auch redlich verdient hat, von dannen ziehen lassen möchte.

Nicht jedoch, ohne sie vorher in adäquater Manier für den Heimweg vorbereitet zu haben, weshalb ich einen Tampon zur Hand nehme. Theatralisch entnehme ich ihn vor ihren fragenden Augen aus seiner transparenten Verpackung und entwirre das Rückholbändchen. Noch während Gloria sich sicherlich dafür schämt, dass auch dieser intime Gegenstand vermutlich gleich von ihrem Arzt in ihr platziert werden wird, träufle ich eine gelbliche Flüssigkeit aus einer Pipette auf den Tampon, der sie in sich saugt. Dies mache ich so, dass Gloria es genau beobachten kann. 

„Was machen Sie da? Was ist das, Herr Professor?“ 

„Lindenblütenextrakt. Einfacher Lindenblütenextrakt. Er wird deine empfindliche Schleimhaut wieder etwas beruhigen.“ 

Wieder trete ich in meinem weißen Mantel zwischen die weit geöffneten Beine meiner schönen Patientin und führe den Tampon mit einem führenden Finger meiner rechten Hand tief in deren Vagina ein. 

Wieder atmet Gloria scharf ein und bäumt sich auf, sodass sie ein regelrechtes Hohlkreuz macht. Noch immer ist sie sehr feucht. Der Professor wäre aber nicht der Professor, würde er nicht auf Nummer sichergehen wollen. So beschließe ich, den adäquaten Sitz des Tampons nochmals zu prüfen. Mit der natürlichen vaginalen Lubrikation befeuchtet, führe ich also meinen rechten Zeigefinger in Glorias Mastdarm ein. Tatsächlich lässt sich der rigide Wattestopfen hervorragend von rektal aus tasten. 

Ich beginne Gloria rektal zu stimulieren und senke meinen Kopf, um erneut den Duft ihres erregten Geschlechts in mir aufzunehmen. Wie von Sinnen beginne ich, begleitet unkontrolliertem Stöhnen und Keuchen Glorias, mit meiner Zunge ihre Klitoris zu stimulieren. Gleichzeitig spüre ich auf meinem in ihrem Rektum kreisenden Finger ganz deutlich das Pulsieren ihres stark beschleunigten Pulses. Zumindest in diesem Fall kenne ich den Grund dieser Tachykardie. 

Und damit ist es geschehen: Auch die letzte Grenze ist überschritten. 

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