Die tachykarde Patientin X

Gloria

Aufgeregt beobachte ich, wie der Professor alle benötigten Utensilien vorbereitet. Dabei geht er äußerst sorgsam vor und legt alles, was er brauchen wird, akribisch auf einem sterilen grünen Tuch neben einander auf. Hier unterscheidet sich der versierte Mediziner ganz deutlich vom laienhaften Play-Doc. Magnus richtet sich die benötigten Requisiten in der Reihenfolge, in der sie zum Einsatz kommen, her. Diese Art der ordentlichen Vorbereitung gefällt mir sehr gut, weil ich es selbst genau so mache. Nur das grüne Lochtuch kommt in meinem Klinikalltag nie zum Einsatz, schließlich ist es ja auch kein Muss.

„Ich werde dich jetzt desinfizieren. Im Umgang mit Kathetern bist du ja aus beruflicher Erfahrung vertraut.“, kündigt der Professor sein Vorhaben erneut an. Nicht nur auf der professionellen Ebene, auf der Seite der Praktizierenden, kenne ich mich mit Blasenkathetern aus, sondern auch in der Rolle der echten Patientin, die diese Prozedur schon am eigenen Leibe erfahren hat. Bisher war das Legen eines Katheters nur mit medizinischer Indikation erfolgt, noch nie aus Lust. Ich bin gespannt, ob diese medizinische Handlung irgendein erotisches Gefühl in mir wecken wird. Ein wenig verunsichert lächle ich Magnus an, doch der scheint in diesem Moment so konzentriert zu sein, dass er es gar nicht bemerkt. 

Als er damit beginnt, meine Schamlippen zu desinfizieren, fühle ich einfach nur die feuchte Kälte des sterilen Tupfers an meiner sensiblen Haut. Ein kribbeliger Schauer läuft mir den Rücken hinab. Immer noch in dem Bewusstsein, dass ich wegen des Metallstabes in meinem Po keine ruckartigen Bewegungen machen kann, liege ich stocksteif auf dem gynäkologischen Stuhl und wage es kaum, zu atmen. „Schön brav lockerlassen“, ermahnt mich Magnus mit fester Stimme. Als ob das so leicht wäre!  Trotzdem bemühe ich mich, seiner Aufforderung nach zu kommen, weiß ich doch selbst, dass es zu meinem Besten ist. Äußerst behutsam, ja beinahe schon etwas zögerlich führt der Professor den dünnen Katheter in mich ein. Nachdem ich ihn kaum spüren kann, vermute ich, dass Magnus sicherlich ein kleines Modell mit geringem Lumen ausgesucht hat. Ich würde schätzen 12, maximal 14 Charrière. Habe ich vorhin noch es kaum gewagt zu atmen, so halte ich jetzt vor Anspannung die Luft an. In Erwartung eines brennenden Schmerzgefühls kann ich einfach nicht  richtig locker lassen und verkrampfe meinen gesamten Körper von Kopf bis Fuß. 

Da entweicht meiner Kehle ein langgezogenes Stöhnen und ich merke, dass mir der Katheter überhaupt keine Schmerzen bereitet. Es ist zwar nicht so, dass diese Prozedur ein Gefühl der Lust in mir aufkommen lässt, aber erst jetzt fällt mir auf, wie voll meine Blase bereits war. Der stetig nachlassende Druck in mir fühlt sich äußerst erleichternd an. Einerseits finde ich ausgerechnet diese Situation besonders peinlich. Andererseits halte ich mir vor Augen, dass der Professor dies schon hundert Mal durchgeführt hat, sei es jetzt im Spiel oder im realen Berufsalltag. 

Magnus lobt mich dafür, dass ich heute offensichtlich ausreichend getrunken habe und ich genieße seine Worte der Anerkennung dafür. Ich spüre, wie er mit einer zügigen, jedoch routinierten Bewegung, den Katheter aus mir heraus zieht. „Das hast du schon einmal geschafft und denkst hoffentlich für die Zukunft daran, meine Praxis nie wieder mit voller Blase zu betreten. Es sei denn, du möchtest erneut katheterisiert werden. Verstanden?“ , fragt mich der Professor. Doch eigentlich klingt es für mich, wie nach einer Herausforderung. „Tja, vielleicht will ich das ja wirklich…“, gebe ich frech zurück und scheine ihn mit meiner Antwort zu überraschen. 

Der Professor quittiert meine Antwort mit einem nichtssagenden Schweigen. Nicht einmal seiner Mimik kann ich irgendetwas entnehmen. Er entsorgt die gebrauchten Utensilien und wirkt wieder sehr fachmännisch. Fast ein bisschen absent. Ohne Vorwarnung entfernt er auch das Spekulum aus mir. „Ich denke, das hast du sehr gut gemacht.“, lobt er mich aufs Neue. „Wollen wir es für heute dabei belassen.“, fährt er fort und klingt in seinem Entschluss enttäuschend final. Wie bitte? Ich hab mich wohl verhört? Das kann er mir doch nicht antun! Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich bereits am Anfang unseres Kennenlernens über den Professor ärgern muss. Am liebsten würde ich jetzt hier wütend zur Tür hinausstürmen. Nur bin ich erstens noch immer von diesem Metallstab aufgespießt und zweitens splitterfasernackt. „Erinnere mich übrigens später daran, dass ich dir vorsichtshalber noch ein Rezept für ein Antibiotikum mitgebe…“ Ich höre gar nicht richtig zu und werfe ihm einen Blick zu, den er offensichtlich nicht zu deuten weiß. 

Endlich entfernt er den Metallstab aus mir. Gott sei Dank bin ich endlich dieses Teil los! Am liebsten möchte ich vom Stuhl aufspringen und meine Kleider holen. Doch Magnus versperrt mir bewusst oder unbewusst den Weg und ich bleibe weiterhin mit weit gespreizten Beinen vor ihm liegen. Übertrieben theatralisch hält der Professor einen Tampon in die Höhe. Ich frage mich, wozu das nun wieder gut sein soll. Mit einer Pipette tröpfelt er eine gelbliche Flüssigkeit darauf. Nachdem ich wirklich keine Ahnung habe, was das für eine Essenz sein soll, frage ich ihn einfach danach: „Was machen Sie da? Was ist das, Herr Professor?“ In meiner Stimme schwingt bereits ein verärgerter Unterton mit. Doch von seinem Vorhaben völlig überzeugt, scheint er das entweder nicht zu merken oder nicht merken zu wollen. „Lindenblütenextrakt. Einfacher Lindenblütenextrakt. Er wird deine empfindliche Schleimhaut wieder etwas beruhigen.“, entgegnet Magnus souverän. Genervt verdrehe ich die Augen und bin insgeheim doch froh, dass er es nicht mitbekommen hat. Er macht einen Schritt auf mich zu und führt mir den Tampon ein. Mit seinem Finger schiebt er ihn weiter in mich rein und verweilt dort länger als nötig. Seine Berührung löst erneut ein kleines Feuerwerk in meinem Unterleib aus. Ich kann gar nicht anders, als mich regelrecht aufzubäumen und mich so noch weiter auf seinen langen Finger zu schieben. Zu sehr sehne ich mich nach seiner Berührung. Ich bin so unglaublich feucht, dass ich schon fast fürchte, über seine Hand drüber zu rutschen. Überraschenderweise führt mir der Professor auch noch einen Finger rektal ein. Mein Ärger ist im Nu verflogen und ich hoffe, dass meine Qualen nun endlich ein adäquates Ende finden mögen. 

Tatsächlich lässt er seine geschickten Finger an Ort und Stelle und beginnt, mich mit seiner Zunge zu verwöhnen. Ich fühle mich, wie im siebten Himmel. Kurz bevor ich mein großes Finale erlebe, führt er kreisende Bewegungen mit seinem Finger in meinem Po aus und schickt mich somit über den Rand meines Höhepunktes. Sowohl meine Vagina als auch mein After zucken rhythmisch um seine Finger. Normalerweise schließen meine Beine in diesem Moment meinen Liebhaber ein, um den Druck auf mein nasses Geschlecht weiter zu erhöhen. Doch das ist mir in dieser Position absolut unmöglich und so bin ich den Berührungen des Professors schutzlos ausgeliefert. Als mein Orgasmus endlich verebbt und sich seine Zärtlichkeiten nur noch kitzelig anfühlen, lässt er von mir ab. Meine Körpersprache scheint er besser zu verstehen, als meine gesprochenen Worte. Völlig verschwitzt, nach Atem ringend und mit einer echten Tachykardie bleibe ich noch einen Moment erschöpft auf dem Untersuchungsstuhl liegen. Magnus bringt mir in der Zwischenzeit meine Kleider aus dem anderen Zimmer. Eigentlich möchte ich mich bei ihm „revanchieren“, doch sagt mir sein Blick, dass er auf eine andere Art ebenfalls befriedigt ist und wir das beim nächsten Mal in vollem Umfang ausleben und genießen werden.

Magnus hilft mir in meinen Mantel und begleitet mich zur Türe. „Machs gut liebe Gloria. Fahr vorsichtig und gib auf dich Acht!“, verabschiedet er sich und gibt mir einen Kuss auf die Stirn.

„Ich hoffe, wir machen das bald wieder und dann nehme ich meinen kleinen Schminkspiegel mit“, hauche ich ihm ins Ohr und küsse ihn zärtlich mit einer Spur von Wehmut auf die Wange. Langsam steige ich die paar Stufen auf die Straße hinunter und bleibe unten noch einmal kurz stehen. Ich drehe mich um und schenke ihm ein kokettes Lächeln zum Abschied, was er mit einem Augenzwinkern erwidert.

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