Fuck you, Valentine!

Oder: Was Lana am Valentinstag NICHT gemacht hat

Am Valentinstag habe ich weder Blumen noch Schokolade gekauft. Für niemanden, auch nicht für meinen Mann. Und das nicht obwohl ich ihn liebe, sondern weil ich ihn liebe. Uns bedeutet der 14. Februar nichts. Ich wollte den Floristen oder Schokoladeproduzenten kein Geld in den Rachen werfen, nur weil sich der Heilige Valentin von Treni vor über 1500 Jahren Kaiser Claudius II widersetzt und heimlich Paare nach kirchlichem Ritus getraut haben soll. Angeblich habe er den Paaren auch zu diesem besonderen Ereignis Blumen aus seinem eigenen Garten geschenkt. _DSC1139_Martin_Bogen_Color_PIMP_Ready_SM0– Aha, deswegen also das hübsche Grünzeug, das nach ein paar Tagen dann verwelkt und zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Infolge seines Amtes wurde der Heilige Valentin angeblich am 14. Februar – enthauptet. Aus Sicht der heutigen Männer, die noch schnell Last-minute-Blumensträuße von der Tankstelle holen, vielleicht eine gerechte Strafe.
Es hat dann aber doch noch ein paar Jährchen gedauert, bis sich der Valentinstag bei uns durchgesetzt hat. Erst nach dem zweiten Weltkrieg und über Umwege in die USA fand der Valentinstag langsam wieder Anklang in Mitteleuropa. Ich dachte immer, dass sich „der Tag der Liebenden“ allmählich über Hollywood-Kitschfilme zu uns eingeschlichen hat. Tatsächlich war es jedoch die von den Floristen und der Süßwarenindustrie verstärkt eingesetzte Werbung. Klar, Floristen müssen auch im Winter Geld verdienen.

Ich habe meinen Mann und ein paar Freunde und Bekannte nach ihrer Meinung zum Valentinstag gefragt. Während die meisten der Ansicht waren, dass sie keinen bestimmten Tag im Kalender brauchen, um an ihre Liebsten zu denken oder auch mal wieder etwas Anderes als einen gemütlichen Couch-Potato-Abend zu machen, waren doch noch ein paar romantische Seelen unter ihnen. Meine gute Freundin Carrie, die nun nach jahrelangem Single-Dasein wieder bis über beide Ohren verliebt ist, freute sich wie ein Teenager auf diesen besonderen Tag. Ich habe ihr einen romantischen Valentinstag wirklich von Herzen vergönnt, nur teile ich ihren Enthusiasmus nicht.

Während Sam den Valentinstag „voll doof“ fand, aber meiner Vermutung nach seiner Frau trotzdem etwas geschenkt hat, sah das Lily, frisch gebackene Mama, wieder ganz anders: „Der Alltag (mit einem Baby) ist oft so stressig, dass die romantischen Momente zu kurz kommen. Am Valentinstag wird man(n?) daran erinnert, sich auch dafür wieder mehr Zeit zu nehmen.“ Als zweifache Mutter konnte ich dieser Aussage etwas abgewinnen. Es stimmt, zumindest teilweise. Aber auch eine feste Beziehung ohne Kinder läuft irgendwann im Standby-Betrieb, was nicht zwangsläufig etwas Schlechtes ist. Doch mein lieber Mann hat zu Lilys Meinung einen anderen Zugang gefunden: „Man muss immer an seiner Beziehung arbeiten, nicht nur an einem Tag im Jahr.“ Dieser Satz hätte fast zu einem vor-valentin’schen Streit geführt. Ich hätte ihm einen Strick daraus drehen können, dass er seine Beziehung mit mir als Arbeit empfindet. Hab‘ ich aber nicht. Da fällt mir aber sicher noch eine passende Konsequenz ein.

Ich finde, Liebende sollten ihre Beziehungen nach eigenem Ermessen hegen und pflegen. Das kann man zum Beispiel mit liebevollen Gesten, kleinen Aufmerksamkeiten oder einem außertourlichen Spanking machen. Auch ein gutes Abendessen im Lieblingslokal kann eine solche Aufmerksamkeit sein. Sei es jetzt um ein freudiges Ereignis von wirklicher Bedeutung zu feiern oder weil einfach keiner Lust zum Kochen hat. Auch dem Pizza-Lieferservice sollte man hin und wieder eine Auszeit gönnen und stattdessen in ein Restaurant gehen. Also raus aus der Jogginghose und rein in das kleine Schwarze!

Zurück zur Ausgangsfrage, was hat Lana am Valentinstag nicht gemacht?

Am Valentinstag habe ich mir nicht noch einmal meine wichtigsten Körperstellen rasiert. Ich habe  keine eng anliegende, meine Kurven betonende Corsage angezogen. Auch habe ich mir keine halterlosen Netzstrümpfe übergezogen, um meine Füße anschließend in unbequeme High-Heels zu quetschen. Es hat kein Mousse au Chocolat gegeben, das mein Mann von meiner glatten Haut hätte ablecken können. Ich habe keinen Sekt bereitgestellt, den mein Mann aus meinem Bauchnabel hätte trinken können. Es gab keine Eiswürfel, mit denen wir unsere erogenen Zonen hätten reizen können. Ich habe kein Massageöl angewärmt, damit mein Mann und ich uns damit gegenseitig ausgiebig massieren können. Wir haben nicht Doktor gespielt und es gab auch kein Spanking mit 15 langstieligen Rosen. Keiner von uns beiden wurde geknebelt, gefesselt oder zärtlich gefoltert. Mein Mund hat nicht seinen heißen Schaft umschlossen und meine Zunge hat nicht im Entferntesten sein Hintertürchen verwöhnt. Meine langen roten Fingernägel haben nicht im Eifer des Gefechts seinen Rücken zerkratzt oder tiefe Furchen auf seinem strammen Po hinterlassen. Meine harten Brustwarzen wurden nicht  gezwirbelt oder mit Klemmen versehen. Wir haben kein neues Sextoy in unsere Sammlung aufgenommen und auch keine neue Sexschaukel erstanden.

Nachdem ich gerade aufgelistet habe, was Dominik und ich gestern alles nicht gemacht haben, muss ich an dieser Stelle leider aufhören. Ich gehe mir schnell die Beine rasieren… 😉


Ende

Das Bild wurde mir dankenswerterweise von Alexander Wurditsch zur Verfügung gestellt und zeigt Martin Irschik.

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