On the eighth day of Christmas

…my true love gave to me…

Nach der Spritze, dem Thermometer im Po, einem Einlauf, einem Zäpfchen, fünf Schlägen mit einem Mistelzweig, einem harten Quickie und dem Überraschungsbesuch von Sr. Tessa wusste Lana nicht, was das alles auf sich hatte. Warum war Tessa hier? Sie konnte sich noch immer keinen Reim darauf machen. „Es ist wohl besser, wenn ich es ihr erkläre“, begann Dominik. „Heute Morgen hab ich mir ziemliche Sorgen um dich gemacht und deswegen Tessa angerufen. Schließlich arbeitet sie in der Notaufnahme und kennt sich sehr gut aus“, fuhr er fort. Lana hörte zunächst nur schweigend zu. „Nachdem so ein Infekt meist gegen Abend schlimmer wird, dachte ich, Tessa könnte uns noch geeignetere Medikamenten mitbringen als nur eine MCP-Spritze.“, erklärte er weiter. „Aber jetzt geht es mir wieder gut, ich brauche keine sonstigen Medikamente“, versuchte Lana ihren Mann zu überzeugen. „Das sagst du jetzt, Liebes. Aber du weißt doch genauso gut wie ich, dass Dominik leider Recht hat. Und schließlich bekommt ihr heute noch Besuch.“, mischte sich Tessa in das Gespräch ein.

„Na gut, und was hast du mir mitgebracht?“, fragte Lana mit einer Spur Resignation in der Stimme.

Jetzt wurde es schwierig. Wie sollte Tessa ihrer Freundin klar machen, dass sie alles für eine Vitamininfusion für sie dabei hatte, wo Lana doch Angst vor Spritzen und Nadeln hatte?

„Du brauchst dringend mehr Flüssigkeit. Vitamine und Elektrolyte würden dir auch sehr gut tun“, hob die erfahrene Krankenschwester aus der Notaufnahme an. Lana wusste sofort, was Tessa ihr damit vorschlagen wollte. „Auf gar keinen Fall! Das kommt überhaupt nicht in Frage!“, schrie sie die beiden an. Die ersten wütenden Tränen glitzerten in ihren blauen Augen. Sie fühlte sich von Dominik hintergangen. Selbst seine Fürsorge war keine Entschuldigung für seinen Verrat. Entschlossen blinzelte sie ihre Tränen weg und schlug den beiden folgendes vor: „Von mir aus trinke ich ein bis zwei Beutel Kali-O, wenn euch das glücklich macht. Aber eine Infusion lasse ich mir von euch ganz sicher nicht geben!“. Nun war es wieder Dominik, der versuchte sein Frau umzustimmen. Nach langem Hin und Her wehrte sich Lana nicht mehr so offensichtlich gegen eine Infusion. „Ich bleibe die ganze Zeit bei dir und du darfst meine Hand drücken, so fest du nur kannst“; versuchte Dominik seine ängstliche Gattin zu überzeugen, was Lana unwillkürlich ein kleines Lächeln entlockte. „Ha! Du hast geschmunzelt, also bist du einverstanden!“, rief Dominik und wollte seine Frau damit ein wenig aufziehen. Sie dachte noch einmal über das Für und Wider nach. Es würde heute noch ein langer Tag werden und sie hatte noch viel zu tun. Tessa würde das sicher gut machen und sie hatte ja auch noch Dominik, der ihr beistehen konnte.

„Also schön, ihr habt gewonnen.“, willigte Lana schließlich ein.

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